The Saxophones - «Songs Of The Saxophones»

// Urs Musfeld

Auf ihrer Debut-CD «Songs Of The Saxophones» schaffen The Saxophones eine Mischung aus Schwermut und Leichtigkeit. Die Entstehungsgeschichte mutet romantisch an.

Das Ehepaar Alexi Erenkov (Gesang, Gitarre, Saxophon, Flöte, Synthesizer) und Alison Alderdice (Schlagzeug, Gesang) schrieb seine Lieder an verregneten Tagen auf einem Hausboot in der San Francisco Bay Area.

Mit hawaiianischer Musik der 1950er-Jahre und Exoctica, einer Spielart des Jazz, als Inspirationsquelle, werden die zehn zart anmutenden Songs getragen von dezent gesetzten Keyboard-Flächen, sehnsuchtsvollen Gitarrenmelodien, minimalen Schlagzeugtupfern, Saxophon-Einlagen und Erenkovs charismatischer Stimme. «Time is like a river, you should know» singt er im Opener «Time is like a river» - ein gemächlich dahinziehender Fluss, der das Tempo und die Stimmung des Albums vorgibt. Der Song «Picture» ist aus der Perspektive eines jungen Surfers an der kalifornischen Küste geschrieben. Dieser ist beseelt von der Vorstellung, dass ganz Kalifornien ihm gehöre: «This land is my land/from Ventura to Vancouver» - später aber realisiert, dass es nicht stimmt.

«Es geht, darum in Frage zu stellen, was man für selbstverständlich hält. Ich wollte auch zeigen, wie sich Kalifornier Land zu eigen machen – allgemein, wie in Amerika Land für sich beansprucht wird», erklärte Erenkov, Sohn eines russischen Einwanderers, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Zitiert wird  Woody Guthries «My land is your land», das die Weite der USA beschreibt, sich u.a. aber auch auf die Besiedelungsgeschichte der USA bezieht – wie z.B. die Siedler Land von den amerikanischen Ureinwohnern für sich eingefordert haben. Die Flöten auf «Picture» übernehmen den stereotypen Klang der Native Americans.

«Songs Of The Saxophones» gehört schon jetzt zu den schönsten und stimmungsvollsten Alben des Sommers. Ein Album voller Melancholie, Wärme und Tiefe, das an Tindersticks oder Timber Timbre erinnert.

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Urs Musfeld

 Urs Musfeld

SRF «Sounds!»-Musikredaktor von 1980-2017, 
noch immer unterwegs in den unendlichen Weiten des Musik-Dschungels mit dem Ohr für das Besondere.

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